Freitag, der 19.11.2021, gerade wurde der 4. Lockdown in Österreich verkündet und wir haben einen Termin bei der Allgemeinmedizinerin Reingard Glehr in Hartberg. Wir wollen uns schon seit längerem dem Themenfeld der Allgemeinmedizin im ländlichen Raum widmen und hatten das Glück Reingard bei der Steirerin-Gala im Herbst kennenzulernen.

Unser Gespräch beginnt beim Dorf, welches es braucht, um ein Kind zu erziehen, bewegt sich dann zwischen Stadt und Land – Anonymität und Identität, macht sogar einen Schwenk zum Fußball und nach Afrika und führt natürlich tagesaktuell am Thema Corona nicht vorbei.

Reingard Glehr ist in Hartberg aufgewachsen und stammt aus einer Ärztefamilie. Ihr Vater hat ihr die Leidenschaft für das Themenfeld der Allgemeinmedizin vorgelebt und sie könnte sich keinen schöneren Beruf vorstellen. Das war nicht von Anfang an klar, denn sie hatte viele unterschiedliche Berufswünsche. Wenn Entscheidungen für sie unklar sind, versucht sie einen Schritt zurückzutreten und auch mal mehrere Dinge gleichzeitig zu probieren. Bei der Frage zwischen Berlin oder Hartberg hat sie sich für ein Leben mit mehr Identität und damit verbundener familiärer und gesellschaftlicher Verantwortung entschieden.

Reingard engagiert sich in Hartberg in einem Ärztenetzwerk, welches sie gerne noch größer denken würde. Außerdem setzt sie sich für die Österreichische Gesellschaft für Allgemeinmedizin ein und betreibt Bewusstseinsbildung für mehr Nachwuchs in diesem Berufsfeld. Das damit oft verbundene Dasein als Einzelkämpfer:in im ländlichen Raum ist eine große Herausforderung, eine mögliche Lösung wäre es für sie Verantwortung zu teilen und mehr Gruppenpraxen zu gründen.

Die Verantwortung, die wir alle gegenüber unseren Mitmenschen haben, ist eines ihrer Argumente für die Corona-Impfung. Die Arbeit im Impfbeirat der Steiermark findet sie spannend, aber sie ist froh keine politischen Entscheidungen treffen zu müssen. Lieber berichtet sie über wissenschaftlich fundierte Fakten. Bei keiner Impfung zuvor gab es so viele erforschte Daten und Beobachtungen. Gerne hat sie sich deshalb auch in ihrer Karenz bereit erklärt Impftestimonial zu sein und freut sich über jede zusätzliche Impfung, die sie selbst setzen darf. 

Freude bereitet Reingard außerdem ein Spaziergang mit ihrer Tochter, die Arbeit mit dem TSV Hartberg und wenn sie Zeit mit Freunden genießen kann – denn Genuss ist einer ihrer Empfehlungen für ein gesundes Leben. Weitere Tipps und Erfahrungen hört ihr in unserem  Gespräch mit ihr.

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